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Projekt:Dorfpumpe Gessin

Künstler(in): Dana Jes

Foto: Dana Jes

Foto: Dana Jes

Foto: Dana Jes

Foto: Dana Jes

Kategorien: Plastik, Stadtteilprojekte, Außerschulisch, Sonstige

Ort: Grünow, Mecklenburg-Vorpommern

Projektträger: Verein Mittelhof e. V. Gessin

Zeitlicher Ablauf: 2 Wochen in den Sommerferien, 2 Wochen im Herbst auch während der Schulzeit

Teilnehmer(innen): 15–20 Kinder des Dorfes vom Vorschulalter bis 12/13 Jahre

Projektverlauf: 

Die Einwohner des Dorfes Gessin wollten ihre alte Dorfpumpe sowie den Platz darum wieder neu beleben. Als Mittelpunkt des Dorfes neben dem neuen Dorfhaus (in dem u. a. zusammen gekocht, gegessen, getanzt, Filme und Fußball geschaut, gestaltet wird und in welchem auch Seminare stattfinden) sollte die Pumpe instand gesetzt und die Umgebung künstlerisch gestaltet werden. Im Sommer 2010 gab es dazu eine Kunstwoche, in der sich die Dorfbewohner jedes Alters im Dorfhaus trafen, Geschichten des Dorfes erzählten und diese keramisch auf einzelnen Tontafeln umsetzten. Diese wurden zu Kisten zusammengebaut, es entstand eine Säule, um die man herumgehen kann, um sich die einzelnen Bilder anzuschauen. Dazu wird ein Büchlein entstehen, in dem die Geschichten notiert sind, die von Gästen und anderen Dorfbewohnern nachgelesen werden können. Die Kinder hörten Geschichten, die nur noch die Älteren kannten, sie befragten ihre Großeltern bzw. wussten selbst Geschichten zu erzählen. Nach dem Aufbau dieser Säule war eine rege Kommunikation am Dorfanger zu beobachten. Außerdem wurde die Platte des Pumpenschachtdeckels mit einem Mosaik bekleidet, im Spätsommer dieses Jahres, in der letzten Ferienwoche, kamen die Kinder des Dorfes in die zeitweilige »Keramikwerkstatt«, um dafür Wassertiere zu formen; parallel dazu entsteht eine Wasserablaufrinne, die von den Helfern aus Gessin realisiert wird. Interessant war die rege Anteilnahme an diesem Projekt, auch das Miteinander-Arbeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Diejenigen, die meinten, kein Kunstverständnis zu besitzen, schlugen die Platten aus, die sie dann doch selbst gestalteten, sorgten für das leibliche Wohl, gingen durch das Dorf, um Geschichten einzusammeln und erzählten manche Episode, die kaum noch jemand kannte. Der Eigeninitiative dieses »ganz normalen« mecklenburgischen Dorfes ist es zu verdanken, dass der einst wichtigste Platz des Dorflebens – der Dorfbrunnen mit Pumpe – wieder erweckt wurde zu einem Treffpunkt der Kommunikation.

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